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Klosterneuburg und der 24. Wiener Gemeindebezirk

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Soll Klosterneuburg ein Bezirk der Bundeshauptstadt werden? In den letzten Tagen hat diese Frage, initiiert durch einen Vorschlag von Gemeinderat Hofbauer (Liste Hofbauer), die Runde gemacht und wurde auch von Seite der Medien dankbar aufgenommen - kein Wunder, ist doch solch ein unorthodoxes Thema ideal zum Stopfen des Sommerlochs. Aber was steckt wirklich dahinter?

Es ist weithin bekannt, dass Klosterneuburg in den dunkelsten Jahren unserer Geschichte schon einmal Teil Wiens war, das jedoch als Grund zu verwenden, diese Überlegungen im Keim zu ersticken wäre polemisch. Ein rationaler Umgang mit dem Thema, eine objektive Bewertung ist notwendig, und nicht die schützende Hand des heiligen Leopolds, wie unser Bürgermeister meint. Man kann sich der Tatsache, dass Klosterneuburg im Einzugsbereich der Bundeshauptstadt liegt und somit dem Ballungsraum Wien angehört nicht entziehen. In einer Zeit, in der Städte und Ballungsräume an Größe und Bedeutung gewinnen, während politische Grenzen oft willkürlich erscheinen, sind Abhängigkeiten zu Wien nicht abzusprechen. Gerade in Fragen der Stadt- und Verkehrsplanung wäre eine integrierte Vorgangsweise begrüßenswert. Kommt etwa das Parkpickerl im 19. Bezirk - wohl nur eine Frage der Zeit - ist eine gemeinsame Strategie zur Bewältigung der Konsequenzen unerlässlich.



Auf der anderen Seite ist Klosterneuburg eine gewachsene Stadt, die erst mit der Entwicklung schneller Verkehrsformen in den Einflussbereich Wiens gerückt ist. Sie weist gewachsene Strukturen und eine eigene Identität auf, Aspekte, die im Interesse einer lebendigen Stadt auch zu stärken sind. Eine Eingliederung nach Wien würde dem Bestreben, die oft zitierte "Schlafstadt aufzuwecken" widersprechen. Zudem ist schon rein topographisch ist eine klare Trennung zwischen Wien und Klosterneuburg offensichtlich.
Der von FPÖ und SPÖ stammende Vorschlag einer Statutarstadt im Bundesland Wien würde Autonomie und Identität erhalten, jedoch wäre auch die Stellung als Statutarstadt im Bundesland Niederösterreich möglich. 

Insgesamt erscheint uns - der Liste SAU - diese Diskussion als hoch interessant und ihr Ursprung zeigt die Defizite der momentanen Situation auf. Unabhängig politischer Grenzen hat der Austausch mit Wien stärker zu sein. Im Klosterneuburger Gemeinderat wird - meist von Seiten der ÖVP - Wien oft als Negativbeispiel in diversen Fragestellungen herangezogen und abfällige Äußerungen über die dortige Rot-grüne Koalition gemacht. Dass Wien eine internationale Vorzeigestadt ist, eine Weltstadt mit großartiger Lebensqualität, wird dabei stets verschwiegen. 
Die Liste SAU hält zudem den Stellenwert der Bundesland-Ebene in Österreich als zu hoch ein, die dadurch verursachte Heterogenität in Gesetzen und der administrative Mehraufwand steht unserer Ansicht in keiner Relation zum Nutzen. Eine Diskussion der Länderebene an sich wäre somit zielführender als ein "Bundeslandwechsel" Klosterneuburgs.

Somit zieht die Liste SAU den Schluss, dass die Arbeit zwischen Wien und Klosterneuburg frei von parteipolitischen Sticheleien auf ein konstruktives und enges Verhältnis gehoben wird, wir uns der Abhängigkeiten bewusst sind und doch die Eigenständigkeit unserer Stadt schätzen und stärken. Denn von Wien kann man viel lernen, das sich im kleinen Rahmen auch in Klosterneuburg anwenden lässt!


Abbildung: Der Standard